Unterpulverschweißen: Verfahren & Anwendungen
Was ist Unterpulverschweißen (UP-Schweißen)?
(©Grafik: Kjellberg Finsterwalde)
Das Unterpulverschweißen, kurz UP-Schweißen, ist ein Lichtbogenschweißverfahren mit kontinuierlich zugeführter Drahtelektrode. Der Lichtbogen brennt zwischen Elektrode und Werkstück und wird gemeinsam mit dem Schmelzbad von körnigem Schweißpulver abgedeckt. Dadurch ist der Lichtbogen während des Schweißprozesses nicht sichtbar. Aus dem Pulver bildet sich eine Schlacke, die die Schweißzone vor atmosphärischen Einflüssen schützt.
Die Pulverabdeckung sorgt für einen hohen thermischen Wirkungsgrad und ermöglicht eine hohe Abschmelzleistung. Gleichzeitig zeichnet sich das Unterpulverschweißen durch eine hohe und reproduzierbare Nahtqualität sowie einen nahezu rauchfreien Schweißprozess aus. Damit eignet sich
das Verfahren besonders für lange Schweißnähte und
Anwendungen mit hohen Schweißvolumina.
Wo wird Unterpulverschweißen eingesetzt?
Unterpulverschweißen wird vor allem bei dickeren Bauteilen eingesetzt und ist ab etwa 6 mm Materialstärke wirtschaftlich interessant. Typische Anwendungen finden sich im Behälter-, Stahl-, Kran-, Schiff- und Windanlagenbau. Das Verfahren eignet sich sowohl zum Verbindungsschweißen als auch zum Auftragen von Verschleiß- und Korrosionsschutzschichten. Verschweißt werden können unter anderem unlegierte und legierte Stähle sowie Chrom-Nickel-Stähle.
Aufgrund seiner hohen Abschmelzleistung wird das UP-Schweißen überwiegend mechanisiert oder automatisiert eingesetzt. Hohe Schweißgeschwindigkeiten und lange Schweißzyklen ermöglichen es, lange Nähte mit wenigen Unterbrechungen zu fertigen. Das reduziert Nebenzeiten und unterstützt eine wirtschaftliche Fertigung.
Mechanisiertes und automatisiertes UP-Schweißen
Unterpulver-Schweißtechnik lässt sich beispielsweise an Portalen, Schweißmasten, motorischen Achssystemen oder Fahrwagen einsetzen. Der modulare Aufbau der Kjellberg UP-Schweißtechnik und unterschiedliche Trägersysteme ermöglichen die Anpassung an verschiedene Bauteile, Nahtgeometrien und Fertigungsaufgaben.
Während klassische UP-Anlagen vor allem für lange und gleichmäßige Nahtverläufe eingesetzt werden, erweitert moderne Robotik die Bewegungsfreiheit des Verfahrens. Dadurch erschließt das Unterpulverschweißen auch komplexere Nahtgeometrien und neue Möglichkeiten für automatisierte Fertigungsprozesse.